Nichts ist mehr wie es mal war. Früher konnten Unternehmen über Jahrzehnte stabil ihr Geschäft betreiben. Auf eingefahrenen Gleisen, in vertrauten Geschäftsbeziehungen und mit Mitarbeitern, die von der Ausbildung bis zur Rente dem Unternehmen treu blieben. Stabilität war das vorherrschende Dogma, nicht Durchlässigkeit. In intelligenten Unternehmen ist das anders.

Intelligente Unternehmen benötigen eine neue Form der Durchlässigkeit

Heute sieht die Welt ganz anders aus: Disruptive Technologien wie Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Elektromobilität verändern ganze Märkte radikal. Unternehmenslenker müssen sich darauf einstellen, den eigenen Kurs permanent zu überprüfen und in Frage zu stellen. Kannte man früher seine zwei, drei Mitbewerber und pendelte sich in einer friedlichen Koexistenz ein, schießen heutzutage neue Wettbewerber wie Pilze aus dem Boden. Aus Richtungen, wo sie keiner erwartet hätte. Um mitzuhalten, müssen Unternehmen intelligent werden – durch eine neue Form der Durchlässigkeit.

Was bedeutet Durchlässigkeit in intelligenten Unternehmen?

Für einzelne Personen ist es unmöglich geworden, alleine den Überblick zu bewahren. Entscheidungen im Unternehmen können niemals mehr allein auf Basis des eigenen Wissens eines Mitarbeiters getroffen werden, nicht einmal allein auf Basis der im Unternehmen vorliegenden Informationen. Idealerweise benötigt es stets einen Blick über den Tellerrand und auf das große Ganze. Dieser verstärkte Innovations- und Wettbewerbsdruck hat zur Folge, dass Unternehmen eine ganz neue Form der Agilität benötigen. Mit anderen Worten: Unternehmen benötigen eine neue Form der Durchlässigkeit für alles, was von außen auf das Unternehmen einwirkt – sich verändernde Kundenbedürfnisse, technologische Entwicklungen oder regulatorische Vorgaben.

Und das betrifft nicht nur die Managementebene: Auch als Kundenserviceberater bin ich idealerweise darüber informiert, welche Aktionen ein Wettbewerber gerade am Laufen hat – da ich im Zweifelsfall auf eine Kundenanfrage passender reagieren kann. In Zeiten des Internets droht der stets aufgeklärte Verbraucher ansonsten den Kundenberater abzuhängen und dieser seinen Kunden zu verlieren.

Chancen wie Risiken optimal meistern mit kognitiver Intelligenz

Dieser Blick auf ein Unternehmen – als Hub in einer digital vernetzten Welt – birgt Chancen wie Risiken. Und für beides gibt es Lösungen. Gemeinsam ist allen, dass die Fähigkeit zur Kontextualisierung von Informationen den entscheidenden Mehrwert bietet. Die folgende Abbildung bietet eine erste Übersicht, wie Informationen zwischen innen und außen fließen. Bei fehlender Durchlässigkeit fehlt das notwendige Kunden- und Marktverständnis. Bei zu großer Offenheit sind IT-Systeme allzu leicht Cyber-Crime-Opfer und wichtige IP droht aus dem Unternehmen heraus zu sickern. Wenn wir es im Bild einer durchlässigen Membran im Sinne einer osmotischen Verbindung zwischen Kunden und Unternehmen betrachten, braucht die Membran besondere Fähigkeiten. Sie muss positive Einflüsse von außen nach innen befördern und darf in Gegenrichtung nur solche Arten von Informationen nach außen durchlassen, die gewünscht sind.

Das durchlässige Unternehmen: Digitalisierung schafft sowohl Chancen für ein verbessertes Kundenverständnis und Kundenbindung wie auch Risiken durch zu viel Offenheit.
Das durchlässige Unternehmen: Digitalisierung schafft sowohl Chancen für ein verbessertes Kundenverständnis und Kundenbindung wie auch Risiken durch zu viel Offenheit.

Diese Betrachtung hilft die Vielzahl an Use-Cases einzuordnen, welche wir bei MORESOPHY unter Nutzung der kognitiven Intelligenz unserer CONTEXTSUITE umsetzen. Zur Bewältigung der Risiken bedienen wir uns Cognitive Security. Voraussetzung für alle Lösungen ist ein automatisiertes Verständnis für das, was den Wert eines Unternehmens ausmacht und somit auch, welchen Grad an Vertraulichkeit und entsprechenden Schutz Informationen erhalten sollten. Der Wert eines Unternehmens ist auch stark verknüpft mit den Kompetenzen seiner Mitarbeiter. Auch hier ist Durchlässigkeit erforderlich – um Kompetenzen nach außen darstellen zu können, genauso aber auch um für ein strategisches Kompetenzmanagement die erforderlichen Kompetenz-Gaps zu identifizieren und dementsprechend zu handeln. Grundlage dieser Lösungen ist eine sehr große intelligente Wissensbasis, die sich jedoch nicht nur auf interne Informationen beschränken darf. Je umfassender und holistischer die Datenbasis aus externen Informationen ist, umso besser können Kundenbedürfnisse verstanden und die Unternehmensstrategie agil angepasst werden. Dies betrifft auch ganz konkrete Entscheidungen wie etwa beim oben genannten Kundenberater. Durch diese Maßnahmen wird ein Unternehmen intelligent.

Eine genauere Betrachtung verschiedener dieser Use-Cases wird im Rahmen dieses Blogs fortgesetzt.